Mir geht’s gut (?)
Warum Gespräche am Imbissfenster manchmal schiefgehen – und wie es besser geht
Am Imbiss hört man ihn oft, diesen Satz:
„Mir geht’s gut.“
Manchmal freundlich.
Manchmal genervt.
Manchmal wie eine Mauer.
Und dann wundern wir uns, warum ein eigentlich normales Gespräch plötzlich kippt.
Warum jemand patzig reagiert.
Warum ein kleiner Satz falsch ankommt.
Die gute Nachricht:
👉 Das liegt meist nicht am Charakter.
👉 Sondern am Zustand.
Das sagt nicht der Imbiss.
Das sagt Harvard.
Was Harvard dazu sagt (ganz kurz)
Verhaltensforscher zeigen:
Menschen reagieren negativ nicht, weil sie „unfreundlich“ sind, sondern weil sie sich innerlich unter Druck fühlen.
Zum Beispiel durch:
- Zeitstress
- innere Anspannung
- unausgesprochene Erwartungen
- das Gefühl, bewertet zu werden
In solchen Momenten reagiert der Mensch nicht auf Inhalte, sondern auf sozialen Stress.
Ablehnung ist dann kein Angriff –
sondern ein Schutzmechanismus.
Wie sich das am Imbiss zeigt
Ein paar ganz reale Beispiele vom Fenster:
Situation 1
„Was soll das kosten?“
– Ton scharf, Blick angespannt.
👉 Nicht böse.
👉 Meist: Stress im Kopf.
Situation 2
„Mir geht’s gut, brauch nichts.“
– sehr schnell gesagt.
👉 Nicht Arroganz.
👉 Oft: Bitte keine zusätzliche Entscheidung.
Situation 3
Ein Witz kommt nicht an.
👉 Nicht Humorlosigkeit.
👉 Sondern: falscher Moment.
Die einfache Regel (wissenschaftlich fundiert 😉)
Wenn Menschen unter Druck stehen:
- helfen keine Argumente
- hilft kein Rechthaben
- hilft keine Belehrung
Was hilft:
👉 Tempo rausnehmen.
👉 Kurz bleiben.
👉 Freundlich ohne Erwartung.
Oder auf gut Imbiss-Deutsch:
„Locker bleiben, dann wird’s locker.“
Wie man am Fenster besser miteinander redet
Ein paar einfache Tricks – gratis, ohne Zusatzstoffe:
- Ein kurzer Blick, kein Drängeln
- Ein Satz weniger statt einer Erklärung mehr
- Humor nur, wenn Luft da ist
- Kein „Warum so…?“
- Kein „Man müsste doch…“
Denn:
Nicht jede Spannung ist ein Problem.
Manchmal ist sie nur ein Zeichen von Überlastung.
Fazit
„Mir geht’s gut“ heißt nicht immer: Mir geht’s gut.
Manchmal heißt es:
„Ich hab gerade keine Kapazität.“
Und wenn wir das verstehen,
wird der Imbiss nicht nur ein Ort für Essen –
sondern ein Ort, an dem man sich kurz entspannen darf.
Ganz ohne Therapie.
Ganz ohne Moralkeule.
Mit Herz. Und bisschen Harvard. 😉

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