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Am Küchentisch – Teil 9 Wenn Angst lauter ist als der eigene Kopf

Hinweis:
Dieser Text ist Teil unserer fortlaufenden Reihe „Am Küchentisch“. Die veröffentlichten Beiträge sind Auszüge aus einer entstehenden Broschüre, in der wir Alltagsbeobachtungen, Generationengespräche und gesellschaftliche Spannungen in ruhiger, erzählerischer Form festhalten.

Es sind keine Kommentare von außen – sondern Gedanken aus dem Leben.

Am Küchentisch – Teil 9

Am Küchentisch merkt man schnell,
wer gerade denkt –
und wer nur noch reagiert.

Der Fernseher läuft.
Das Handy liegt daneben.
Und irgendwo dazwischen sitzt ein Mensch,
der gar nicht mehr merkt,
dass er selbst seit Tagen nicht gefragt wurde.

Oma sagt:
„Früher hatten wir auch Angst.
Aber die hat uns nicht den ganzen Tag angeschrien.“

Heute ist das anders.
Angst kommt nicht mehr leise.
Sie kommt als Dauersendung.

Krise hier.
Gefahr da.
Bleib besser zu Hause.
Sitz still.
Wir regeln das.

Und plötzlich merkt keiner mehr,
dass Angst kein Gefühl mehr ist,
sondern ein Zustand.

Die Wissenschaft sagt inzwischen etwas Erstaunliches:
👉 Dauerangst macht dumm.

Nicht beleidigend gemeint – biologisch.
Wer ständig im Alarm ist,
kann nicht denken,
nicht planen,
nicht zuhören.

Oma sagt:
„Angst ist wie ein Hund,
der nicht mehr raus darf.
Irgendwann beißt er die Möbel.“

Und dann wundern wir uns,
warum alles um uns herum wackelt.

Was dieser Teil zeigt:
  • Angst entsteht nicht nur durch Ereignisse – sondern durch Dauerbeschallung.
  • Ein Mensch im Alarmzustand kann nicht klar denken.
  • Ruhe ist kein Rückzug, sondern eine Voraussetzung für Orientierung.
  • Manches wird erst wieder verständlich, wenn es leiser wird.

Der Küchentisch steht hier für einen Ort, an dem Gedanken wieder langsamer werden dürfen.

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